Rückverfolgbarkeit als Werkzeug des Risk Managements



Das Thema Rückverfolgbarkeit ist für Unternehmen, die große Serien über längere Zeiträume in den Markt bringen, ein zentrales und unter Umständen existenzielles Thema. Im Falle der Fehlerhaftigkeit eines Produktes besteht in der Regel eine Rücknahme-/ Nachbesserungspflicht durch die Gesetzgeber in den Verkaufsländern. Kann ein Fehler nicht auf ein kleines Kollektiv eventuell bzw. nachgeweisen schadhafter Teile begrenzt werden, muss eine entsprechend größere Menge suspekter Produkte durch das Unternehmen zurückgerufen werden. Werden Produkte eines Typs mit Produktionszahlen in Millionenhöhe je Jahr durch ein Unternehmen auf den Markt gebracht, ist es verständlich, dass bei einem Rückruf ganz erhebliche Kosten anfallen. Wenn die gesamte Charge oder unnötig große Teilkollektive zurückgerufen werden müssen, entstehen schnell Kosten im mehrstelligen Millionenbereich. Die rechtzeitige Erkennung fehlerhafter Teile vor dem Verbau in komplexen Produkten und ein effizientes Management zum Umgang mit solchen Situationen ist daher ein absolut unverzichtbares Instrument des Risk Managements zur Verhinderung des Ausuferns von Schäden.

Allein im Jahr 2004 wurden nach Angaben der Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA auf dem US-Markt mehr als 30 Millionen Fahrzeuge zurückgerufen, in Deutschland waren es laut der Fachzeitschrift „Auto Motor und Sport“ über 1,5 Millionen. Versicherungsunternehmen und Kreditinstitute erhöhen weltweit den Druck auf die Automobilindustrie, diese Risiko- und Kostenproblematik durch geeignete Steuerungsinstrumente zu beherrschen. Als Zulieferer von Sitzstrukturen und Metallkomponenten für Fahrzeugsitze hat sich KEIPER dieser Herausforderung gestellt, und ein leistungsfähiges international vernetztes Traceability-System auf Barcode-Basis in Anlehnung an VDA 5005 aufgebaut. Die Bedeutung der Tracking-Problematik wurde bei KEIPER frühzeitig erkannt, denn das Produktportfolio ist konsequent auf den Plattformkonzepten der Automobilindustrie aufgebaut und das mit leistungsfähigen, weitestgehend standardisierten Produkten, die weltweit produziert und eingesetzt werden. Das Unternehmen ist damit Teil einer Zulieferkette (Supply Chain), die bei den Rohstoffen anfängt und beim fertigen Fahrzeug endet.

LAENDmarKS - von der Herausforderung zur Projektidee



Als mittelständischer Zulieferer von Sitzstrukturen und Metallkomponenten für Fahrzeugsitze hat sich KEIPER dieser Herausforderung gestellt und ein leistungsfähiges international vernetztes Traceability-System auf Barcode-Basis in Anlehnung an VDA 5005 aufgebaut. Die Bedeutung der Tracking-Problematik wurde bei KEIPER frühzeitig erkannt, denn das Produktportfolio ist konsequent auf den Plattformkonzepten der Automobilindustrie aufgebaut - mit leistungsfähigen, weitestgehend standardisierten Produkten, die weltweit produziert und eingesetzt werden. Das Unternehmen ist damit Teil einer Zulieferkette (Supply-Chain), die bei den Rohstoffen anfängt und beim fertigen Fahrzeug endet.

Bisher existieren keine global durchgängigen Systeme, um einzelne Komponenten im Falle von Qualitätsproblemen schnell und präzise entlang der gesamten Supply-Chain bis zu ihrem Hersteller zurückverfolgen zu können. Hier setzt das von KEIPER initiierte BMWi-Verbundprojekt „LAENDmarKS“ an: bei der schnellen Rückverfolgbarkeit und Eingrenzung sicherheitsrelevanter Automobilkomponenten unter Einbeziehung von RFID-Technologien.

Am Beispiel von Sitzzulieferteilen soll gemeinsam mit allen Prozessbeteiligten ein global durchgängiges Track&Trace-System mit den nötigen Datenmanagement-Strukturen und Technologien entwickelt werden. Dies erlaubt schließlich die prozessübergreifende Kooperation aller Beteiligten bei der Erfassung, Verarbeitung und gemeinsamen Nutzung von Produkt-, Produktions- und Logistikdaten. Das Hauptproblem aller heute verwendeten Traceability-Lösungen besteht darin, dass keine unterbrechungsfreie, durchgängige Struktur für die Markierung der Produkte, die Erfassung und Bereitstellung der Daten und den verteilten Zugriff auf die Datenbasis besteht. An den Schnittstellen zwischen den verschiedenen Partnern entstehen Zeit- und Informationsverluste durch die unvollständige Abstimmung und die fehlende Synchronisation der verschiedenen Prozesse.

Wesentliche Innovationsschritte des Projektes



  • Entwicklung einer einheitlichen technischen Grundlage für die durchgängige Erfassung und Verarbeitung der Track&Trace-Daten entlang der gesamten Supply-Chain
  • Entwicklung praxistauglicher RFID-Identifikationstechnologien für die Anwendung im metallischen Produkt- und Produktionsumfeld mit Fokus auf Wirtschaftlichkeit und Prozesssicherheit
  • Wirtschaftlichkeits- und Machbarkeitsnachweis der gewonnenen Ergebnisse durch praktische Umsetzung einer Pilotanwendung als branchenübergreifende „Leuchtturmlösung“